Regalauffüllhilfe

Juli 18th, 2011

Freunde des gehobenen Fruchtaufstriches,

gestern hat sich ein Fremdkörper in Michas gehobenes Marmeladenregal verirrt.brombeer-medium1.jpgEs handelt sich um ein Glas Brombeermarmelade (mit Ingwer), schmuck drapiert vom mauldäschle inmitten der orangeleuchtenden Zitruspracht. Weil nämlich das mauldäschle derzeit den Großteil seines Lebens in Brombeergebüschen verbringt. Und mit fetter Beute nach Hause kommt. Und dann Marmelade kocht.Also brachte gestern das mauldäschle ein Gläsle mit in den Laden, zur gefälligen Verkostung und zwecks kritischen Feedbacks seitens des Marmeladenhäuptlings Micha. Sieht doch gut aus, wie das Gläsle dort steht, oder?

Tja. Es kommt immer alles anders als man denkt. Es kamen nämlich zwei Sonntagskunden in den Laden, ein nettes Pärchen, beide unglaublich marmeladesüchtig, standen lange und meditativ vor dem üppig bestückten Marmeladenregal und konnten sich nicht entscheiden (das mauldäschle hielt sich raus!). Ob es nicht möglich sei, eine Marmelade zu verkosten?, fragte die junge Frau. Klar, sprach das mauldäschle, welche darf’s denn sein?

Und da geschah es. Mit zielsicherem Griff holte die Frau dem mauldäschle sein Brombeergläsle aus dem Regal. Das mauldäschle fing ein wenig an zu schwitzen, denn eigentlich sollten ja Micha und Reinhard die Eigenkreation verkosten; aber gut, König ist Kunde undsoweiterundsofort, Glas aufgeschraubt, zwei Löffelchen, zwei Schälchen. Die Löffel fuhren in die Marmelade, dann in die Münder. Andächtiges Schweigen. „Die wollen wir haben! Was kostet das Glas?“ Das mauldäschle bekam einen zweiten Schweißausbruch, weil, woher zum Teufel soll es wissen, was das Glas kostet, wenn es gar nicht zum Verkauf gedacht war? Okay, sagen wir halt, drei Euro, so aus der Lamäng. Ruckzuck war das mauldäschle um drei Euro reicher und das Marmeladenregal um ein Glas ärmer.

Aber ein schönes Foto ist es trotzdem, oder?

CURCUMA – FÜR DEN MICHA EIN „ZAUBERSTAUB“

Juli 11th, 2011
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Als Hauptbestandteil des Currypulvers wurde das stark färbende Gewürz weltbekannt. Curcuma oder Gelbwurz, ein indisches Ingwergewächs, ist aber nicht nur zum Würzen von Gerichten hervorragend geeignet, es ist auch ein vielseitiges Heilmittel. Kaum jemand, der Curcuma nicht benötigen würde – vorbeugend oder zur Behandlung bei sämtlichen „Zivilisationserkrankungen“. Ob erhöhte Cholesterinwerte, Glukoseintoleranz (Diabetes), Arteriosklerose, Verdauungsprobleme, Leber- und Gallenprobleme, Arthritis, Ödeme, ja sogar Tumore, Entzündungen, Müdigkeit, Freie Radikale und vieles mehr – überall hilft Curcuma!

Es existieren eine Vielzahl internationaler Studien, die die überragenden Wirkungen des ursprünglich in vielen traditionellen Medizinsystemen (Indien, China, Thailand) eingesetzten Curcuma auch wissenschaftlich nachweisen konnten. Weitere Vorteile: es gibt keine Überdosierung und keine Gegenanzeigen (Vorsicht jedoch bei Gallensteinen). Den meist multifaktoriell bedingten Zivilisationserkrankungen wird mit einem ebenso multipotenten Naturheilmittel begegnet. Noch dazu treten die Wirkungen schnell ein und man spürt deutlich wie Symptome nachlassen.

Allerdings sind die Verbesserungen dosisabhängig – ein Grund für die Abfüllung in Kapseln, denn zwei Teelöffel Curcuma nimmt man nicht mehr so leicht mit der nötigen Konsequenz und mit der Zeit rebelliert dabei der Magen. Mit einer Prise auf dem Reis einmal die Woche ist nicht viel zu erzielen.

Verdauung und Entgiftung

Vor allem als wirksame Verdauungshilfe (Unterstützung bei der Fettverdauung und bei der Entgiftung der Leber durch Förderung des Gallenflusses) ist Curcuma sowohl allein als auch als Ergänzung zu anderen wertvollen Mitteln aus der Natur von großer Bedeutung. Curcuma und das Vulkangestein „Klinoptilolith“ arbeiten etwa bei der Leberentgiftung Hand in Hand. Curcuma aktiviert den Gallenfluss, wodurch nicht nur Fett in kleinste Kügelchen zerteilt, umspült und so leichter verdaut wird, es werden auch Gifte aus der Leber schneller in den Darm abgeleitet. Vulkangestein bindet die Gifte und verhindert eine Rückvergiftung der Leber, die ohne bindende Ballaststoffe zur Rückresorption gezwungen ist. (Einnahme: ein bis zwei Kapseln zum Essen).

Nun hat man zur Förderung des Gallenflusses die Wahl zwischen bitter-kalten und bitter-warmen Pflanzen. Je nach Konstitutionstyp bzw. Erkrankung bringt eher das eine oder das andere den gewünschten Erfolg. Bitter-kalt (Kräuterbitter, Lebertee) ist eher dann angezeigt, wenn Hitze ausgeleitet werden muss. Hitzesymptome, Durst, rote Gesichtsfarbe, rote, entzündete Augen, Unruhe, Völlegefühl, Blähbauch, oft auch Verstopfung können darauf hinweisen. Bei Männern findet man diese Yang-Fülle der Leber häufiger als bei Frauen, die prinzipiell mehr zur Kälte neigen (diese Kälte kann aber auch in eine Hitze „kippen“, wenn bestimmte Einflüsse dazukommen).

Stärkt bei Milz-Qi-Schwäche und Blutmangel

Für die Kältekonstitution mit blasser Gesichtsfarbe, Müdigkeit, Gier nach Süßem und Kaffee, Niedergeschlagenheit, Neigung zu kalten Händen, kalten Füßen und in weiterer Folge auch zu Rückenschmerzen am Morgen, Cellulite, Gewichtszunahme, Neigung zu blauen Flecken, Wasseransammlungen, schwache Verdauung (breiiger Stuhl oder Verstopfung), Konzentrationsmangel, Erkrankungen mit viel Schleimbildung, Senkungsproblematik uvm.. Die Kältekonstitution geht von einer Milzschwäche nach der chinesischen Medizin aus. Die Milz ist für die Qi-Aufnahme (Lebensenergie) und die Blutbildung aus der Nahrung verantwortlich. Beides findet nur unzureichend statt, darum die Müdigkeit aber auch der Blutmangel, der vor allem dann hinzukommt, wenn viel geistige Arbeit (Computer!!!), womöglich unter Zeitdruck, geleistet werden muss und der Schlaf als Erholungsphase nicht ausreicht. Lichtempfindlichkeit, Einschlafprobleme, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen und eingeschlafene Gliedmaßen sind typisch dafür. Blutmangel kann sich aber auch „nur“ durch Unruhe, Gereiztheit und schwache Nerven äußern. Daraus entsteht dann leicht „falsche Hitze“, wenn Emotionen wie Zorn oder Ärger, das zu gering vorhandene Blut zum Überkochen bringt. Während es bei der Hitzesymptomatik in erster Linie darum geht, Hitze auszuleiten (kalt-bitter), Yin aufzubauen (mit Obst und Gemüse) und den Blutmangel auszugleichen (roter Traubensaft, Kirschsaft), ist bei der Kältesymptomatik zum Beispiel Curcuma sehr geeignet um den Qi und Blutaufbau zu fördern.

Ich gehe hier so genau auf die Problematik aus Sicht der chinesischen Medizin ein, weil das energetische Ungleichgewicht oft Hintergrund von Verdauungsproblemen, Verschlackung und Übersäuerung ist und dadurch auch erklärt werden kann, warum Vulkangestein in manchen Fällen allein nicht ausreicht, in der Kombination aber höchst erfolgreich ist. Betroffenen sei darüber hinaus die chinesische Ernährungslehre ans Herz gelegt.

Unterstützend bei Krebs

Die Milz zu stärken und wieder mehr Lebensenergie aus der Nahrung bereitzustellen, ist auch ein wichtiges Anliegen in der Krebsbegleittherapie. Seit etwa einem Jahr findet kaum noch ein Krebskongress statt, auf dem nicht auf die außerordentlich große Hoffnung, die Curcuma heute allen Krebskranken macht, hingewiesen wird. Die amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt das Gewürz genauso wie die deutsche und österreichische Gesellschaft für Onkologie. Ausgegangen ist die Entdeckung des Curcuma in der westlichen Onkologie von einem Krebskongress im Mai letzten Jahres in den USA, wo neben konservativen Methoden (Chemotherapien) Curcuma als einziges Naturheilmittel als außerordentlich wirksam dargestellt wurde – und das beim besonders aggressiven Bauchspeicheldrüsenkopfkrebs. Seitdem empfehlen die onkologischen Gesellschaften weltweit Curcuma zur Prävention und zur Behandlung von Krebs, egal um welchen Tumor es sich handelt. Hier sind aber höhere Einnahmemengen empfohlen, als man etwa zur Förderung des Gallenflusses benötigt. Die Aussagen dazu divergieren, wahrscheinlich auch, weil sie individuell unterschiedlich sein können. Die Angabe von 1800 mg am Tag wird in der Literatur häufiger genannt.

Diabetes und Rheuma

Lang ist die Liste der im indischen Ayurveda mit Curcuma behandelten Krankheiten: Anämie, Asthma, Grippe, Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Reizmagen, Parasiten, Magengeschwüre, Diabetes, Blasensteine, Gallensteine und alle Entzündungen. Besonders erwähnt sei die Anwendung bei Nebenhöhlenentzündung, wo wir selbst bei schweren Fällen innerhalb einer Woche konsequenter Einnahme durchschlagende Erfolge erlebt haben und sogar eine Operation (Abtragen der Schleimhäute) erspart werden konnte. Erwähnenswert ist auch der Einsatz bei Diabetes. Curcuma senkt Blutzuckerspiegel und oxidativen Stress, was sowohl für insulinpflichtige als auch für nicht insulinpflichtige Diabetiker wichtig ist. Zusammen mit Vulkangestein, das ja ebenso oxidativen Stress senkt, kann mit Curcuma den gefürchteten Diabetes-Spätfolgen vorgebeugt werden. Bei Rheuma, das ebenso hervorragend auf Vulkangestein anspricht, ist neben der Senkung des oxidativen Stress die entzündungshemmende und harntreibende Wirkung des Curcuma hilfreich.

Hervorragender Cholesterinsenker

Die Fähigkeit des Curcuma Cholesterin auf natürliche Weise zu senken ist ganz besonders erwähnenswert – hier gibt es zahlreiche Berichte von Anwendern, die selbst mit chemischen Cholesterinsenkern nicht zurecht kamen, mit Curcuma (Dosierung 1800mg/Tag) aber endlich normale Cholesterinwerte aufweisen. Nach einem Monat sind solche Erfolge im Blutbild nachweisbar. Wichtig zu erwähnen: es hilft nicht bei jedem, Beobachtung ist erforderlich.

Entzündungshemmend, blutdrucksenkend

Curcuma unterstützt die Gefäße außerdem durch seine blutdrucksenkende, blutverdünnende und antioxidative Wirkung. Als Gegenspieler der durch tierische Fette ausgelösten Arachidonsäure wirkt es Entzündungsprozessen entgegen.

Wirkungen des Curcuma aus westlicher Sicht

 

  • Fördert den Gallenfluss
  • Fördert Fettverdauung
  • Fördert Entgiftung
  • Cholesterinsenkend
  • Entzündungshemmend
  • Blut reinigend und Blut bildend
  • Antioxidativ
  • Präventiv gegen Arteriosklerose (hemmt LDL-Peroxidation und Blutverdickung)
  • Präventiv und therapeutisch bei Krebs (durch antioxidative Wirkung, Hemmung der Cyclooxy-genase, Reduktion der Prostaglandinbildung und Aktivitätszunahme der Gluthadion-S-Transferase)
  • Senkung des Blutzuckerspiegels
  • Senkung von Histamin
  • Bei Leberschäden durch Alkohol

Das Wissenschaftsmagazin SCIENCE berichtete erst kürzlich von Tierversuchen mit Kurkumin. Es gelang, den Gendefekt bei Mukoviszidose mit hohen Dosen des Gewürzes zu korrigieren (!), Krebstumore in ihrem Wachstum zu bremsen, Alzheimer und anderen altersbedingten Leiden vorzubeugen.

Neben all den therapeutischen Möglichkeiten, die Curcuma bietet, ist zum Schluss noch seine Bedeutung als „heilige Pflanze“ zu erwähnen. Curcuma ist in jedem indischen Tempel zu finden. Die Gewänder der Priester und Mönche werden damit gefärbt, der gelb-orange Ton symbolisiert Reinheit aber auch die Nähe zum Licht. Der Punkt auf der Stirn, die Betonung des „dritten Auges“, wird bei Neugeborenen mit Curcuma aufgebracht – ein Symbol für Glück, Wohlstand und die Hinwendung zum Licht. Auch hier gibt es eine schöne Entsprechung auf der körperlichen Ebene: Curcuma soll die Lichtaufnahme der Zellen fördern.

Bei der Wahl des Curcuma ist auf Bio-Qualität zu achten, nicht nur aufgrund der Umweltproblematik im weltweit besten Anbaugebiet Südindien (DDT-Spritzungen), sondern auch, weil Bio nachvollziehbar ist und nicht „gestreckt“ werden darf. Ein hoher Anteil an ätherischen Ölen im Curcuma ist wichtig, weil nur damit der wertvolle Wirkstoff Curcumin aufgenommen werden kann. Curcuma in Kapseln ist Magen schonender und ermöglicht relevante Dosierungen.

– GEFUNDEN IN DER VEREINS-PLATTFORM NETZWERK GESUNDHEIT “ NATUR UND THERAPIE“

www.naturundtherapie.at

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CRÉMESUPPE MÖHRE-INGWER

Juli 6th, 2011

O.K. – ich gege mich geschlagen und das Rezept für die Möhren-Ingwer-Créme weiter – aber unter Protest!

Das ist ein Rezept für mindest. 15 Portionen, ergibt ca. 5,5 KG Endprodukt, lohnt sich aber auf jeden Fall in der Menge. Und das in 5er Portionen einfrieren lohnt sich noch viel mehr. Aber Ihr könnt’s ja auch herunterrechnen.

2,0 KG BIO-Möhren-1,0 L Orangesaft – 0,5 L Milch – 0,4 L süsse Sahne – 0,4 KG Ingwer – 5 grosse Zwiebeln – 6 grosse Knoblauchzehen – 02, KG Kartoffelpürreeflocken! oder 5 grosse mehligkochende Kartoffeln – Salz – brauner Zucker – Esteragon, getrocknet – Muskatnuss

Eines der  wichtigsten Geräte ist bei uns in der Michas-Küche der grosse elektrische Fleischwolf – der von der Oma für zuhause tut’s mindestens genauso gut!  Alle Gemüse etc. vorbereiten, d.h. schälen. Die Möhren, den grob geschälten Ingwer (Balaststoffe), Zwiebel und Knoblauch in einen grossen Topf drehen und mit ordentlich braunem Zucker kräftig aber nicht geröstet! andünsten. Mit Orangen- und Möhrensaft auffüllen. Langsam weichkochen lassen. Dann Milch und Sahne dazu, den Muskat fein reiben, salzen und pfeffern. Jetzt mit dem Pü.Pulver oder der durchgedrehten! Kartoffel solange binden, bis es kommodiert. Estragon hat die Suppe richtig gerne!

GEMIIS-DES GEFEHRLISCH ZEUSCH – UN SOOOO LEGGER WENN MER’S KANN

Juli 4th, 2011

Diese berühmte Vitrine – so scheene Antipasti meine gute Freund – musst Du probiiiire – delikato !!!!

Tagealt und eiskalt – und dann der Schock in der Mikrowelle. Ich weiß – alles nur Vorurteile eines bösartigen Schnitzelkochs! Aber wenn dann eine mir kulinarisch höchst anspruchsvolle Esserin voller Gnaden ein schwärmerisches Lied meiner Gemüsevariationen singt, muss ich mal wieder das Blog bedienen – zu meiner und Eurer Freude und der Ehrenrettung „mediterraner“ Gemüseküche!!!

„Mediterran“ – selten ein Wort, das mehr beschmutzt wurde von Nestlé & Co.

Dass ein Begriff für Frische, Kräuter, gutes Olivenoel, Gesundheit und Wohlergehen, ja für ein Lebensgefühl und eine kulinarische „Weltrettung“  so in den kulinarischen Mülleimer getreten wird, verdanken wir einer ganz bestimmten Gattung von industrieversauten Verbrauchern, die ich hiermit ebenfalls in den Mülleimer trete!

Klar! Im Vorteil ist, wer lesen kann. Auf den Etiketten von Bertoli &Co. steht’s doch ganz genau drauf. Pesto Genovese? Dass ich nicht lache. Das Mediterranste an dem Produkt ist dieser unfassbar kluge Werbefilm über die „gute Mutter Italiens“! Wehrt Euch Mädels, haut ihnen die Pesto-Gläser auf die feisten Schädel und legt los mit der Gemüse-Revolution.

Genug Küchendampf abgelassen – ich wollte Euch an meinen Gemüse-Ideen teilhaben lassen.

PRÄMISSEN: Die Gemüse sind BIO, kosten nicht viel mehr als Chemie, sind doppelt so lecker. Das Olivenöl ist nicht zu süß und wirklich gut. Der Pfeffer ist aus der Mühle. Wenn die Gemüse nach der Zubereitung für Euch zuviel Saft gezogen haben oder Euch zu ölig erscheinen, grundsätzlich in ein Sieb abgießen und das Öl-Saft-Gemisch für das nächste Gemüse verwenden. Alles ist erlaubt und der einzige Kochfehler ist, nicht zu kochen!! Ich verwende zum Schärfen gerne unseren „Türkenchili“, das ist alles andere als diskiminierend gemeint. Sind diese gemahlenen getrockneten Chilischoten, die es auch in den Dönerläden frei benutzbar gibt. Aufpassen: Das Zeug ist wirklich richtig scharf. Ohne Spass!

Ansonsten würzt richtig gut: Ingwer, Zitronengras, Koriander, Estragon, Minze, Rosmarin, Salbei, Curcuma, Muskat, Fenchelsaat, Limone und Limonenschale, grobes Meersalz, Kümmel und Kreuzkümmel

Caramelisierte Möhren mit Estragon

Möhren schälen (nuss sein) und durch die grobe Schnitzelscheibe des Hobels direkt in die Pfanne jagen (Finger!!) – einen Schlag Butter dran und Olivenöl. Anbraten mit einem groben Hauch von braunem Zucker. Gut wenden und beim Braten garen. Ein Hauch grobes Salz, getrockneter Estragon nach Gusto (Vorsicht!) und wenn die Gemüse al dente werden, einen Schuss Gemüsebrühe oder Weißwein dazu. Kurz einreduzieren lassen und dann erkalten.

Wiesenchampignons mit Petersilie –

Den „Dreck“ wegschnipsen, wenn möglich nicht waschen. Fuß mit Kneipchen halbieren und am Kopf abschneiden. Den Pilzkopf direkt in die Pfanne vierteln und mit Rapsöl oder einem anderen neutralen Speiseöl kross anbraten, und zwar solange, bis die Pilzflüssigkeit verdampft ist. Dicke Handvoll glatte Petersilie kleinhacken und dazugeben. Ein wenig Wasser anschütten und salzen und pfeffern. Zum Schluss kommt bei mir noch ein Hauch Zimtpulver und ein wenig Chili gehackt drüber – und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Aber das überlasse ich wirklich Euch – ausnahmsweise! Mit der leichten Soße erkalten lassen.

– Kohlräbchen –

Die ungeliebten“Omateile“, völlig zu Unrecht. Müssen ordentlich geschält werden (von den Blättern ist eine leckere Cremesuppe möglich!). Halbieren und ebenfalls durch die grobe Hobelscheibe direkt in diePfanne. Mit Olivenöl nicht so hart anbraten, salzen und pfeffern. Eine Zitrone dazu auspressen und mit Honig die Zitronensäure mildern. Ich hacke das feine Blattgrün zum Schluss dazu – Geschmackssache. Dann einen Deckel drauf und bissfest durchgaren. Erkalten lassen.

– Zucchini –

Grundsätzlich: Diese riesigen Gurken, auch der Stolz des Schrebers genannt, sind einfach nur als Schweinefutter zu gebrauchen. Ordentliche Zucchini müssen klein und aromatisch sein. Deshalb: Wenn der Nachbar mit dem Schweinefutter kommt (isch habb ja so vill!): bedanken und leise und unauffällig entsorgen!

Die Zucchini waschen, trocknen und längs 5-6 mal einschneiden. Ganz lassen. Über den groben Hobel direkt die Würfel in die Pfanne schneiden – aufpassen dabei auf die Finger, da das mit dem „Schutz“ nix wird. Olivenöl und ein wenig Curcuma sowie genug gehackter Knoblauch fühlen sich mit den Zucchiniwürfeln wohl. Kross anbraten und ein wenig Gemüsebrühe anschütten. Salzen und leicht pfeffern – erkalten lassen.

– Auberginen –

„Auberginen in Stücke schneiden, über Nacht einsalzen und in einem Sieb auspressen“ – hab ich auch schon gemacht, aber nicht verstanden, wofür. Ich mach das auf die Schnelle und das funktioniert sehr ordentlich – ich weiß Ihr ‚“Sternies“, Ihr habt’s ja immer schon gewusst, der Micha kann nicht kochen. Ist mir einfach egal !!!

Also: Auberginen waschen und abtrocknen. In der Länge halbieren und am Strunk ganz lassen. Mit dem groben Hobel direkt ins Olivenölbad (ich meine ein sehr heißes Bad!) versenken. Auberginen lieben Olivenöl, und gutes Olivenöl schmeichelt nicht nur unserer Seele! Zwiebeln schälen und halbiert in längliche Streifen schneiden. Alles scharf und kross anbraten, dann die geschnittenen Knoblauchscheibchen dazu, salzen, pfeffern und ordentlich mit Kräutern der Provence überstreuen. Wenn Euch das mundet, aus der Pfanne in ein feines Sieb und das Öl so lange wie möglich ablaufen lassen. Ist doch egal, wo die Auberginen auskühlen.

Das Oel (es sollte viel sein!) für weiteres Gemüsebraten verwenden. Es ist jetzt genial parfümiert.

– Blumenkohl –

Noch so ein „Oma-Gemüse“, schön sonntäglich in einer weissen Mehlschwitze und  mit Salzkartoffeln und Rinderbraten mit viel Soss‘ – ein Gedicht. Ich sehe das beim Schreiben grade vor mir und rieche die beiden Soßen mit der „feinen Streuwürze“ meiner Mutter. Ein Déjà-vu meiner Kindheit mit der obligatorischen Gartensendung im Hessischen Radio von Hainer, Filipp und Babett sonntagmittags um 12.oo Uhr – wann dann sonst? – Das muss ich mal machen – neuer Mainstream oder ‚Vorbereitung auf das Pflegeheim‘? Ich denk drüber nach!

So – jetzt aber zu meinem aktuellen gebratenen Blumenkohl.

Die Blätter und den Strunk entfernen. Die äußeren Röschen abschneiden und dann den Rest in max. 1 cm dicke Scheiben (mit dem Brotmesser) aufteilen. Butter auslassen – nicht zu heiß – und die Scheiben beidseitig kross anbraten.  Salzen, Pfeffern und mit Curcuma bestreuen. Genug Butter muss(!) es sein. Dann frisch gehackte Minze überstreuen und eine kleine Hand grobgehackter Rosinen dazugeben. Die al dente Scheiben herausnehmen und erkalten lassen. Die restlichen Röschen in der gewürzten Butter mit einem Schuss Gemüsebrühe oder Weißwein unter Wenden weichdünsten. Topfdeckel kommt gut! – Dann zu den Scheiben geben und ebenfalls erkalten lassen. Ein Hauch frischer Muskat (frischer!) kommt auch beim Bluko richtig gut!

Porrée –

Dem ungewaschenen Porrée  die Füße und die ganz labbrigen und ledrigen obersten Teile abschneiden. Es kann ruhig ordentlich Grün dranbleiben. Längs halbieren und dann, mit der Schnittfläche aufgelegt, schmale, lange Streifen schneiden. Diese Streifen dann quer in 5-6 cm lange Stücke zerteilen und waschen. Sand!

Butter und Olivenöl in der Pfanne auslassen und die Streifchen kross anbraten. Kleingehackter Ingwer, Knoblauch und Kurkuma dazu und das restliche Waschwasser ausdünsten lassen. Sesamsaat mitangebraten und mit Sojasoße abgelöscht ergibt mit Basmatireis ein leckeres vegetarisches Gericht – z.B.! – ansonsten: erkalten, wie immer!

– Paprikapeulen, holl. auf deutsch Paprikaschoten –

Was dem Winzer seine Rosen im Wingert, sind dem holländischen Gemüsebauern seine Paprika. Der Winzer hat aus dem Wingert keinen Hausgarten gemacht – der Zustand der Rosen signalisiert vielmehr sofort den Zustand der Weintrauben. Woher kommt nur diese Zickigkeit? Und wenn erst das Rheimwasser wieder mal von Santos versantost ist, merken das die Paprikahäute umgehend – werden dann genauso geätzt wie die Mageninnenwände meiner gestressten Kunden. Nur ist es dann zu spät – dann ist das Gift nämlich schon drin!

Um dem zu entgehen: BIO kaufen, und wenn möglich fragen, woher die „Peulen“ stammen ! Muß der Dealer doch wissen, oder?

Also los! Dreierlei Paprika (weesche de Farb) waschen und trocknen. Den Strunk so abschneiden, dass der kleine goldische grüne Halter rausfällt. Dann das Innenleben entfernen, längs halbieren und in feine längliche Steifen schneiden. In Olivenöl scharf anbraten und mit braunem Zucker leicht(!) überstreuen. Caramelisiert das Ganze! Gut anbraten. Dann passt gut: Knoblauchscheibchen – gehackte Rosmarinnadeln – glatte Petersilie -Tomatensaft (wer hat!)- Salz und Pfeffer. Und zum Schluss ein Schuss Gemüsebrühe. Erkalten, ist doch klar!

– Broccoli –

Verliert beim Braten seine hochgrüne Farbe (ich weiss, jetzt wieder die Sternler mit dem Eiswasser und dem Butterschwenken und dem Auge und dem Farbverlust und…ach, lasst mich doch in Ruh), schmeckt aber nach der Methode richtig lecker. Den Stiel schälen und den Fuß abschneiden. Dann hat man/frau einen schönen Griff, um die Röschen einzeln vom Strunk zu schneiden – evtl. nochmal teilen. Dann den Strunk über den groben Gemüsehobel in Butter und Olivenöl. Nach kurzem Schmoren die Röschen dazu und dann ein Hauch brauner Zucker, Salz und Pfeffer. Ich mag dazu getrockneten Estragon – probiert’s auch mal aus mit Ingwer, Zitronengras und Koriander. Die Strünke sollen noch al dente sein – und dann erkalten und freuen!

Was auch als leckere Gemüsebeilage gut kommt, sind Mandelblättchen, die mit dem vorbereiteten Broccoli geröstet werden, und feine Streifen von Eschalotten oder weissen Zwiebeln – passend zum geliebten Sonntagsbraten. Da würde ich dann ein wenig Gemüsebrühe anschütten, Deckel drauf und weichdünsten.  Die Farbe bleibt mit dieser Methode auch viel besser erhalten.

– Eschalotten und Frühlingszwiebeln –

Was würde das Boeuf Bourguignon ohne die Süße der Eschalotte anfangen, und wäre es ohne die ersten zarten Frühlingszwiebeln wirklich Frühling? Lasst uns darüber eine gute Flasche trinken und tausend Meinungen haben!

Eschalotten pellen (für eine Boeuf Bourguignon Aktion bei Michas sind das 10 – 15 Kilo –  (nachdem Ihr Eure beiden „Beutelchen“ á 250 Gramm gepellt habt, fällt auch Euch auf, das der Kochberuf Bekloppte erzeugt) und mit Butter und braunem Zucker angehen lassen. Wenn die Zwiebelchen sich langsam teilen und einen irrsinnigen Duft verströmen, angebräunt und butterverwöhnt vor sich hin glänzen, die in ca. 5 cm.geschnittenen und gesäuberten Frühlingszwiebeln dazugeben und weiter anbraten. Kleingehackter Salbei und Knoblauchscheibchen kommen gut dazu – könnt Ihr’s schon riechen? Salzen, pfeffern und dann nach der Süße schmecken. Wenn die Zwiebelchen es noch vertragen können: Ein Hauch Honig und etwas Gemüsebrühe wirken Wunder. Einreduzieren und erkalten lassen.

Ich weiß: Das sieht nicht mehr so richtig gut aus, fast schon wie ein Confit, aber das ist oft der Kompromiss zwischen Geschmack und Optik. Ich entscheide mich meist für den Geschmack. Den behalte ich persönlich viel länger in Erinnerung als die Optik. Ich will ja kein Bild essen!

Und das ist auch perfekt mit einer Rinderjus reduziert zu kurzgebratenem Rind oder Kalb!

– Spargel grün-weiß –

Spargel koche ich eigentlich nur dann, wenn ich meine frühsommerliche Nierenkur mache und mich richtig entschlacken möchte. Der Kochwasser ist kalt wahre Medizin, war auch mal Basis für eine Veloute mit Spargelaroma. Muss mich verbessern: Immer noch in der guten deutschen Gastronomie diese Mischung aus Mehl, Milch, Sahne, Spargelbrühe und anderen Creativitäten. Ist Geschmackssache (um die Diskussion abzukürzen!).

Ich brate Spargel – ob grün oder weiß – und bin damit mehr als zufrieden.

Also los:

Gleichmäßig dicken weißen Spargel entfüssen und dann ordentlich(!) schälen.  Er soll nicht so dick sein wie der klassische Kochspargel und kostet dann auch viel weniger.

– Fenchel –

Iiiiiihhhhh – Fenchel! Des musst isch als kind immer dringe ! Ich sehe gerade die Gesichter meiner aixianischen Freunde vor mir, denen ich das mit meinem Nordfranzösisch übersetze. Irritierendes Unverständnis und leicht bedauerndes, nachdenkliches Lächeln.

Schon seit Jahrtausenden ist der Fenchel als Heilpflanze bekannt, also Achtung: Gesund! Nachdem ich mich durch google gearbeitet habe, müßte ich eigentlich jeden Tag Fenchel essen – aber so krank bin ich dann doch nicht.

Also zur Verarbeitung:

Das feine Fenchelgrün abschneiden und auf jeden Fall aufheben. Dann den Fuß dünn abschneiden und die breiten Rundungen abschneiden.  Mit einem grossen Kochmesser die Knolle, wenn möglich, in 3 mm dicke Scheiben schneiden und wenn möglich ganz lassen. Die Reste fein hacken. Knollen in wenig Olivenöl langsam bräunen und appetitlich braten. Salzen, pfeffern und dann ganz leicht mit einfachem fertigen Vanill-Zucker und ein wenig Türken-Chili (geile Kombi) würzen und aus dem Öl in ein Sieb ablaufen lassen. Die kleingehackten Teile im Restöl kross anbraten, dazu brauner Zucker, Knoblauchscheibchen, Minze passt ebenfalls großartig dazu, und dann ebenfalls im Sieb ablaufen lassen. Scheiben und „Gekröse“ extra reichen.

– Pimientos –

Des neumodisch Zeusch aus dem Schbanienurlaub!

Habe ich schon vor 25 Jahren (jawohl, ich bin älter!) in Nordspanien in allen Weinbars als Tapas bekommen, und immer war eine von 1.000 extrem scharf, der Rest mit grobem Meersalz überstreut und lecker mit Olivenöl gegrillt. Damals eine Bereicherung meines kulinarischen Horizontes. Ausser grobem Meersalzbrauchen diese Pimientos gar nix – vielleicht einen Hauch Limone drübergeträufelt. Also: einfach im Olivenöl von allen Seiten angehen lassen, bis die Teile schön kross werden. Nehmen teilweise die Farbe der Frankfurter Restmülltonne an – und dann sind die richtig gut!

– Blattspinat –

Blattspinat – ich liebe Blattspinat! Und dieses bekloppte Ergebnis, wenn 5 Kilo Spinat nach einer Stunde geputzt, gewaschen und gerupft sind – dann kommt das ganze in einen heißen Topf und verwandelt sich in kurzer Zeit in zwei Hände voll Endprodukt – bekloppt!

Aber: Haltet die Augen auf! Es gibt mittlerweile wunderbaren Baby – und älteren Spinat aus der Tüte, gerupft, gewaschen und nicht viel teurer als der Acker in der Tüte – es lohnt sich echt!

Jetzt mal im Ernst: Ein Kilo frisches Produkt ist für vier Essen als Beilage wirklich nicht zu viel.

Ihr macht das so: Einen wirklich breiten Schmortopf mit braunem Zucker sparsam abstreuen und eine Hand voll Walnusskerne dazugeben (geht natürlich mit Allergie auch ohne!). Einen Schlag Butter und einen Schuss Olivenöl dazu und das entstehende Caramel nicht zu braun werden lassen (rehbraun bis dackelbraun). Ordentlich Knoblauchwürfelchen dazu und dann den Spinat in den Topf und ordentlich umrühren. Deckel drauf und ab und zu den Topf schütteln, damit nix ansetzt. Jetzt ist der Frust schon groß, es ist kaum noch was übrig. Macht nix, das Ergebnis wird genial. Salzen und Pfeffern. Vielleicht ist ein Portwein im Haus (Schuss) und zum Schluss eine Limone hineingesaftet und die Schale (vorher waschen) fein reiben. Alles noch ein wenig reduzieren und dann erkalten lassen. Ich liebe das!

„BEIGABEN“ zum Gemüse:

– krosse Baconwürfelchen –

Fertige Baconwürfelchen mit Wasser ordentlich aufkochen und das Fett „ausgehen“ lassen. Durch ein Sieb gissen und antrocknen. Dann ohne Fett in einer normalen Pfanne kurz kross rösten. Vorteile: Fett und industrielle Salze sind stark vermindert, die Würfelchen sind fast rein und extrem geschmacksintensiv und mager !

– Thunfischmayo –

1 Eigelb und 1 ganzes Ei mit 1 EL Senf, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, einer Spur Zucker verquirlen (Zutaten mit gleicher Zimmertemperatur halten besser zusammen) und dann langsam beim Mixen (Quirls oder Mixstab) Pflanzenöl und nach Gusto Olivenöl oder auch nur Olivenöl oder auch nur Pflanzenöl einfliessen lassen, bis eine dicke Mayonnaise entsteht. Das Menschen dieses Produkt leichtfertig im Supermarkt kaufen, ist mir echt ein Rätsel.  Die selbstgemachte hält sich im Glas (dann muß ein bißchen Öl draufstehen zum konservieren) viele Wochen. Dann in diese Mayonnaise im Sieb abgetropften Thunfisch aus der Dose (ja, ich weiß!!!!) einmixen und nach Gusto grobgehackte Kapern dazufügen. Kapern: Wenn Ihr bekommt, kauft Nonpareilles aus Südfrankreich. Haben mit der gewöhnlichen Kaper außer dem Familiennamen nicht viel gemein, sind teurer aber vielfach leckerer und halten sich im Kühlschrank in der Lake ein Jahr!

Ei-Brösel –

Eier hartkochen, auskühlen und  schälen.Mit grobem Salz und Gewürzgürkchen (Cornichons) kleinhacken und mit glatter feingehackter Petersilie zum Gemüse.

–  Semmelbrösel –

Tut Euch einen Gefallen. Werft diese fertige Semmelbröseltüte aus Eurem Vorrat einfach weg! Semmelbrösel geht so: Toastscheiben (normaler Todestoast ohne Körner und sonstige Lügen) entrinden und in feine Würfel schneiden. Dann durch einen Cutter, das ist so eine kleine Maschine mit einem schnelldrehenden grossen Messer, die es mittlerweile in den meisten Haushalten gibt, fein zerbröseln. Das funktioniert auch super mit gefrorenem Toast und auf Vorrat friere ich die fertigen Brösel in eine Plastikbox ein.Geht natürlich auch für menschen mit viel Zeit mit dem grossen Kochmesser.

Ich bin überhaupt kein Feind von panierten Gerichten – macht Euer Wiener Schnitzel mal mit dieser frischen Panade, Ihr werdet begeistert sein.

Diese Brösel in Butter anrösten, abkühlen und dazu Knoblauchwürfel, kleingehackte glatte Petersilie und Limonenabrieb.  Das ist so die Richtung „Gremolata“ aus der lombardischen Küche, das machen aber auch die Südfranzosen, die Südspanier, die revolutionären Zellen auf der anderen Mittelmeerseite schon sein tausendenJahren. Diese „Streusel“ über Fenchel z.B.ist wirklich ein Gedicht.

WERKZEUG FÜR GEMÜSE & CO!

Das wichtigste Werkzeug für Gemüse und Gesund und vor allem „SCHNELL“ ist ganz eindeutig ein klassischer Gemüsehobel. Das sind die Dinger, die unfassbar muttersprachelnde Menschen mittleren Alters in der Glotze ab der „Stunde des Spätkaufs“ als die wahre Sensation verdealen. UND DAS STIMMT!, gestehe ich unter Tränen. Dieses Teil ist eines unserer wichtigsten Handwerkszeuge. Nicht die „Mandoline“ von Herrn Bocuse für € 195,00 von Hagen Grote oder WMF, sondern genau diese geniale Plastikteil mit seinen brutal scharfen Einsätzen und bei Michas mit  einer Halbwertzeit von ca. einem Jahr versehen, was eine absolute Leistung für dieses Teil ist.

Aber Vorsicht: Der Hobel heißt bei uns nicht umsonst „GEFÄHRLICHE MASCHINE“ – und dieser Fingerschutz hat wirklich eine extrem wichtige Funktion!

Wir verkaufen selten ein Kochwerkzeug – dieses geniale Teil gibt es bei uns  im Laden für € 25,00!

Weiterhin unverzichtbar ist ein Gemüseschäler deines Vertrauens (ich sag nix dazu!), ein richtig großes Kochmesser, ein Kneipchen für die feinen Schrunden, und natürlich ordentliche Pfannen.

JUS – SO EINFACH UND SO TEUER !

Mai 9th, 2011

Damit sich das zuhause überhaupt lohnt:

drei gute Freundinnen einladen wenn die „Jungs“ zum Fussball sind – genug Prosecco bereithalten und dann für 4 Haushalte eine geniale Jus zubereiten – es lohnt sich und diese leckeren fettmachenden Zusatstoffe wie Hefeextrakt & Co. bekommen die Kids schon genug in der Schule.

Alle Fleischparüren (Muskelabschnitte und fettreiche Abschnippel nach und nach einfrieren, bis eine brauchbare Menge angesammelt ist.

Oder – viel besser:

Beim Fleischer des Vertrauens! bestellen: 2 KG Rindfleischparüren, 2 KG Rinderknochen, 2 KG Markknochen. Und ausserdem:  insgesamt 4 Kilo grosse Zwiebeln, Knoblauchzehen, Möhren, Knollensellerie, Lauch und Fenchel. Jedes nicht mehr so schöne andere „rumliegende“ Gemüse mit einbeziehen und mal den Kühlscharnk richtig leer machen. 4 Liter Rotwein, 0,1 KG  Tomatenmark, Salz, Pfeffer, 5 Lorbeerblätter und Honig. Thymian, Rosmarin,

Den Backofen auf 220 Gr. Die Knochen waschen und trockentupfen. Zwiebeln mit Schale halbieren und in einem sehr grossen Topf mit wenig Oel auf der Schnittfläche schwarz anbraten. Topf vom Herd nehmen.

Auf der grossen und tiefen Saftpfanne (können auch im Umluftherd zwei! sein) des Backofens Fleisch und Knochen verteilen und mit den zerhackten Gemüsen (nicht schälen, waschen oder sonstige unnötigen Verrenkungen machen!) unter Wenden bei mindest. 225 Gr. gut durchbräunen. Dauert gut und gerne 1 – 1,5 Stunden.

Den grossen Topf wieder auf die Flamme und dann der komplette Inhalt der Bleche auf die angebrannten Zwiebeln und mit 1 Liter Wasser und 4 Liter Rotwein auffüllen.

Jetzt viel Prosecco trinken, lachen und tratschen, umrühren (geht schwer ohne echt grosse Löffel) und einfach zuhören, wie die Gasuhr die Stadtwerke reich macht.

Nach ca. 2 Stunden höllischem Kochen evtl. Wasser nachfüllen und durch eine alte Windel in ein grosses Salatsieb in eine grosse Schüssel den ganzen Schmodder abtrofen lassen.

Wieder in einen etwas kleineren Topf und nochmal aufkochen.

Jetzt scheiden sich die Geister.

Binden oder nicht binden ??? Also ich bin für nicht binden – aber das überlasse ich Euch. Wenn binden: 100 gr. Butter in den Topf und angehen lassen. Mit 2 EL Mehl abstreuen und verrühren. Dann den durchgesiebte Jus dazu und reduzieren.

Wenn die Flüssigkeit sich Gelée-Stadium nähert,  umfüllen in einen Plastikeimer und im Kühlschrank nach dem Abkühlen über nacht fest werden lassen. Am nächsten Tag das aufsitzende weisse Fett abkratzen und vernichten! und dann die gelierte Masse in Mini-Deckelgläser (von den Miniportionen Konfitüre sammeln) füllen.  Ich friere die Gläser dann ein – hält sich am Besten.

Und dann schwesterlich teilen – gell !!!

MICHAS ENTENGEHEIMNIS – MACHT DEN 2BEINERN BEINE !!??

Mai 9th, 2011

2 EL Hot Curry Paste rot, 2 EL Mild Curry Paste gebl, 2 EL Sweet Mango Chutney, 5 Knoblauchzehen zerdrückt, 1 EL Curcuma, 1 EL Hot ‚Chilipulver, 1 EL Zitronengraspulver, 0,1 L sehr gutes Sesamoel, 0,1 L Zitronensaft, 1 EL Honig, 1 EL Corianderpulver, 1 EL Salz, 1 EL getr. Estragon. Alles zusammenmanschen und in ein grosses Glas umfüllen. Abdecken mit Olivenoel – damit nichts schimmelt.

Viel einfacher ist die käufliche Erwerbung von 1 Glas „Michas Enten-Geheimnis“ aus der Hesenküche vom Micha.

Hält sich im Kühlschrank angebrochen 1 Jahr und  ist natürlichfür alle 2-Beiner zu benutzen – Menschen bis 12 Jahre geht vielleicht auch noch, aber noch nicht ausprobiert. Geht auch gut auf Hähnchenbrust ( einfach nur einpinseln und auf dem Blech im Ofen bei 175 Gr. ca. 25 Minuten auf Backpapier braten. Extrem Fettreduziert und superlecker, da die Kurste das Austrocknen verhindert.

Schickt mir Eure Ideen – ich werde Sie im Blog einfliessen lassen.

SPARGEL GRÜN – WEISS IM TEMPURATEIG

Mai 7th, 2011

Für 4 Personen als Beilage – als Hauptgericht mit einem Salat verdreifachen !!

16 Stangen weisser Spragel, 8 Stangen grüner Spargel ( schälen bzw. anschälen und auf gleiche Länge bringen), 2 Beutel Tempura-Fertigteig aus dem Asia-Laden, 2 Eigelb, Salz, Pfeffer, Curcuma, 1 Liter sehr gutes Erdnussoel, 0,5 Liter Pflanzenoel,  Zitronenschale, Estragon, brauner Zucker

Das Oel in einer grossen Pfanne nicht zu heiss werden lassen (darf nicht rauchen), den Teig mit kaltem Wasser anrühren mit den Eigelb aufschlagen und würzen mit einem Hauch Curcuma, der Zitronenschale und wenig braunem Zucker. Nach Gusto kommt Sesam auch recht gut ! Die Konsistenz soll einem dünnen Waffelteig entsprechen.

Die Spargelstangen – mit 2 Gabeln geht das gut -durch den Teig ziehen und im Oel al dente und gellbraun frittieren. Auf einem Backblech (Ofen vorheizen) eine dicke Lage Küchenpapier ausbringen. Die Spargelstangen auf dem Blech im Ofen entfetten und heiss halten. Mit den Gabeln vorsichtig voneinander trennen.Auf vorgeheizten Tellern servieren.

Durch die „Entfettung“ ist das nicht soooo gewaltig und schmeckt genial.

Viel Spaß beim Nachkochen

RISOTTO VON GROBEN GRAUPEN MIT BÄRLAUCH UND SAUERAMPFER

Mai 7th, 2011

Für 4 Personen

250 gr. grobe Graupen (Reformhaus), 3 cm Butter, 1 dicker Schuss Olivenoel, Salz, Pfeffer, 2 grosse weisse Zwiebeln,1 Knoblauchzehe, Weisswein, Gemüsebrühe,  Bärlauch und Sauerampfer (Maß = 1 dicke Männerhand voll oder 2 zierliche Mädelshände!“, 100 gr. Parmesan, Honig

Olivenoel und Butter mit den feinen Zwiebelwürfeln und dem gehackten Knoblauch angehen lassen.  Die Graupen dazu und dann rühren ….. Mit Brühe und Wein anschütten und r…. dann salzen, pfeffern und r…..wenn die Graupen langsam erweichen (bleiben leicht bissfest und sind dadurch extrem angenehm) die gehackten Kräuter, den geriebenen Parmesan und ein wenig Honig (geriebene Zitronenschale kommt auch gut ) dazu und rühren. Immer wieder Brühe und Weisswein dazu und eine angenehm schlonzige !!! Konsistenz errühren.

Kräuter- das kann je nach Gusto alles sein, was bei euch im Garten wuchert oder der Gemüsehändlerin aus den Ohren wächst – auch Minze, glatte Petersilie, Thymian, Schnittlauch, Basilikum eignet sich hervorragend.

Ein Hauch Muskat macht sich auch gut.

So – jetzt genug geschwafelt – viel Spaß beim Nachkochen

CRUMBLE – ZUM DUMBLE

Mai 7th, 2011

500 gr.              geviertelte Erdbeeren, abgezogene Rhabarberstücke, Apfelspalten, Birnenspalten etc. etc. –

eben alles, was grade zur Hand ist. Gute Kombi im Frühsommer 1/2 Erdbeeren und 1/2 Rhabarber. Mit

1 EL                   Vanill-Zucker und Zitronensaft vermischen. In eine ofenfeste Form gleichmässig verteilen. Aus

100 gr.              Butter

100 gr.              brauner Zucker

100 gr.              550er Weizenmehl

100 gr.              einfachsten Haferflocken sowie nach Gusto Zimt, Nelke, Schokostreusel, Limonenschale etc. einen

krümeligen Teig zusammenkneten (dauert 5 Minuten max.) und gleichmässig über den Früchten verteilen.

Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad Umluft auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen. Soll oben

leicht braun sein. Noch warm mit Puderzucker bestreut und einem passenden Eis servieren.

Der wirklich schnelle Brüter für den absoluten Erfolg.

In der feinen und extrem einfachen Ausführung: Die Masse in klassische Porzellantassen füllen und als

Dessert mit Untertasse servieren. Kommt total edel !!!

Abschaffel forever

Mai 5th, 2011

Der Abschaffel lebt. Und wie.

Spätestens seit gestern abend dürfte der Abschaffel im Frankfurter Nordend den absoluten Kultstatus erreicht haben. Das ist jetzt, bescheiden wie wir sind, eine maßlose Untertreibung. Seien wir ehrlich: Seit gestern abend gilt die – in Frankfurter Lokalkolorit schillernde – Kunstfigur Wilhelm Genazinos als unsterblich. Warum unsterblich? Weil der Abschaffel einfach nicht totzukriegen ist.

Der Abschaffel lebt. Man muss ihm nur etwas Anständiges zu essen geben.

Das haben wir uns zu Herzen genommen, nachdem uns im Vorfeld Anfragen besorgter Abschaffel-Verehrer erreichten, „ob wir auch genügend Marzipanrollen für das leibliche Wohl“ des Protagonisten bereit halten würden. Nun muss man wissen, dass, erstens, es in Michas Edelfresskapelle aus Prinzip keine Marzipanrollen gibt (Micha: „Kulturloser Leerkalorienfraß!“) und, zweitens, der Ausdruck leibliches Wohl bei Michas auf der Indexliste steht (wegen geistloser Leerphrasendrescherei).

„Marzipanrollen!“, schnaubte Micha indigniert, „kein Wunder ist der Typ so schlecht drauf, bei den Verzehrgewohnheiten“, diagnostizierte ferner „klarer Fall von chronisch übersäuertem Stoffwechsel, pfft, marzipanrolleninduziert“ und verschwand in seiner Edelfressküche, um grünen Spargel zu sautieren, Laugenbrezeln zu backen und einen kernigen Obazda ozubazen, den die Welt noch nicht gesehen, geschweige denn gegessen hat. Drei Stunden später stand auf dem großen Bistrotisch ein Buffet, unter dem sich die Balken bogen vor lauter vollkalorienhaltigem Wohlbehagen.

Auftritt Abschaffel.

Wie erwartet, betrat er entkräftet das Lokal. Die stadtumspannende Vorleserei zu seinen Ehren hatte bereits sichtlich an ihm gezehrt. „Wie, keine Marzipanrollen?“, fragte er mit einem miesepetrigen Blick aufs Buffet. Fast wäre er zum nächsten Discountbäcker verschwunden, da sah er den Spargel mit Eiersoße und Parmesan, die Truthahnscheibchen in Tonnato, roch den knoblauchgeschwängerten Schweizer Wurstsalat, steckte naschkatzig seinen Finger in den feurigen Obazda und – blieb.

Er blieb den ganzen Abend. Es ging ihm gut. Er war kaum wiederzuerkennen, der weltverneinende Griesgram. Während vorne im Lokal Abschaffel Eins gelesen wurde, trieb Abschaffel Zwei sich hinten am Buffet herum, haute sich mehrmals den Teller voll und entdeckte eine ihm bis dato fremde Vorliebe für vollmundige Chardonnayweine. Seine Stimmung hob sich mit jedem Glas. Er soll sogar den einen oder anderen Witz erzählt haben – hinter vorgehaltener Hand, versteht sich, denn er wollte niemandem den Spaß am sauertöpfischen Abschaffel-Nimbus vermiesen.

Spät in der Nacht verließ Abschaffel den Tatort im Oederweg, wohlgenährt (auf gut Frankforderisch: vollgestobbt bis zum Hemdkraache) und bester Dinge (leischd angeduddeld), und wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass dem Abschaffel, wenn er so weiter macht, ein unbegrenzt langes Leben beschieden sein wird. Zumindest seinem lebenslustigen Alter ego.

Übrigens, beim Rausgehen soll er angeheitert geträllert haben:

„Ei, es will mer ned in de Kopp enei,
wie kann e Mensch ned im Oederweesch gewese sei?“

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