Archive for Mai, 2011

JUS – SO EINFACH UND SO TEUER !

Montag, Mai 9th, 2011

Damit sich das zuhause überhaupt lohnt:

drei gute Freundinnen einladen wenn die „Jungs“ zum Fussball sind – genug Prosecco bereithalten und dann für 4 Haushalte eine geniale Jus zubereiten – es lohnt sich und diese leckeren fettmachenden Zusatstoffe wie Hefeextrakt & Co. bekommen die Kids schon genug in der Schule.

Alle Fleischparüren (Muskelabschnitte und fettreiche Abschnippel nach und nach einfrieren, bis eine brauchbare Menge angesammelt ist.

Oder – viel besser:

Beim Fleischer des Vertrauens! bestellen: 2 KG Rindfleischparüren, 2 KG Rinderknochen, 2 KG Markknochen. Und ausserdem:  insgesamt 4 Kilo grosse Zwiebeln, Knoblauchzehen, Möhren, Knollensellerie, Lauch und Fenchel. Jedes nicht mehr so schöne andere „rumliegende“ Gemüse mit einbeziehen und mal den Kühlscharnk richtig leer machen. 4 Liter Rotwein, 0,1 KG  Tomatenmark, Salz, Pfeffer, 5 Lorbeerblätter und Honig. Thymian, Rosmarin,

Den Backofen auf 220 Gr. Die Knochen waschen und trockentupfen. Zwiebeln mit Schale halbieren und in einem sehr grossen Topf mit wenig Oel auf der Schnittfläche schwarz anbraten. Topf vom Herd nehmen.

Auf der grossen und tiefen Saftpfanne (können auch im Umluftherd zwei! sein) des Backofens Fleisch und Knochen verteilen und mit den zerhackten Gemüsen (nicht schälen, waschen oder sonstige unnötigen Verrenkungen machen!) unter Wenden bei mindest. 225 Gr. gut durchbräunen. Dauert gut und gerne 1 – 1,5 Stunden.

Den grossen Topf wieder auf die Flamme und dann der komplette Inhalt der Bleche auf die angebrannten Zwiebeln und mit 1 Liter Wasser und 4 Liter Rotwein auffüllen.

Jetzt viel Prosecco trinken, lachen und tratschen, umrühren (geht schwer ohne echt grosse Löffel) und einfach zuhören, wie die Gasuhr die Stadtwerke reich macht.

Nach ca. 2 Stunden höllischem Kochen evtl. Wasser nachfüllen und durch eine alte Windel in ein grosses Salatsieb in eine grosse Schüssel den ganzen Schmodder abtrofen lassen.

Wieder in einen etwas kleineren Topf und nochmal aufkochen.

Jetzt scheiden sich die Geister.

Binden oder nicht binden ??? Also ich bin für nicht binden – aber das überlasse ich Euch. Wenn binden: 100 gr. Butter in den Topf und angehen lassen. Mit 2 EL Mehl abstreuen und verrühren. Dann den durchgesiebte Jus dazu und reduzieren.

Wenn die Flüssigkeit sich Gelée-Stadium nähert,  umfüllen in einen Plastikeimer und im Kühlschrank nach dem Abkühlen über nacht fest werden lassen. Am nächsten Tag das aufsitzende weisse Fett abkratzen und vernichten! und dann die gelierte Masse in Mini-Deckelgläser (von den Miniportionen Konfitüre sammeln) füllen.  Ich friere die Gläser dann ein – hält sich am Besten.

Und dann schwesterlich teilen – gell !!!

MICHAS ENTENGEHEIMNIS – MACHT DEN 2BEINERN BEINE !!??

Montag, Mai 9th, 2011

2 EL Hot Curry Paste rot, 2 EL Mild Curry Paste gebl, 2 EL Sweet Mango Chutney, 5 Knoblauchzehen zerdrückt, 1 EL Curcuma, 1 EL Hot ‚Chilipulver, 1 EL Zitronengraspulver, 0,1 L sehr gutes Sesamoel, 0,1 L Zitronensaft, 1 EL Honig, 1 EL Corianderpulver, 1 EL Salz, 1 EL getr. Estragon. Alles zusammenmanschen und in ein grosses Glas umfüllen. Abdecken mit Olivenoel – damit nichts schimmelt.

Viel einfacher ist die käufliche Erwerbung von 1 Glas „Michas Enten-Geheimnis“ aus der Hesenküche vom Micha.

Hält sich im Kühlschrank angebrochen 1 Jahr und  ist natürlichfür alle 2-Beiner zu benutzen – Menschen bis 12 Jahre geht vielleicht auch noch, aber noch nicht ausprobiert. Geht auch gut auf Hähnchenbrust ( einfach nur einpinseln und auf dem Blech im Ofen bei 175 Gr. ca. 25 Minuten auf Backpapier braten. Extrem Fettreduziert und superlecker, da die Kurste das Austrocknen verhindert.

Schickt mir Eure Ideen – ich werde Sie im Blog einfliessen lassen.

SPARGEL GRÜN – WEISS IM TEMPURATEIG

Samstag, Mai 7th, 2011

Für 4 Personen als Beilage – als Hauptgericht mit einem Salat verdreifachen !!

16 Stangen weisser Spragel, 8 Stangen grüner Spargel ( schälen bzw. anschälen und auf gleiche Länge bringen), 2 Beutel Tempura-Fertigteig aus dem Asia-Laden, 2 Eigelb, Salz, Pfeffer, Curcuma, 1 Liter sehr gutes Erdnussoel, 0,5 Liter Pflanzenoel,  Zitronenschale, Estragon, brauner Zucker

Das Oel in einer grossen Pfanne nicht zu heiss werden lassen (darf nicht rauchen), den Teig mit kaltem Wasser anrühren mit den Eigelb aufschlagen und würzen mit einem Hauch Curcuma, der Zitronenschale und wenig braunem Zucker. Nach Gusto kommt Sesam auch recht gut ! Die Konsistenz soll einem dünnen Waffelteig entsprechen.

Die Spargelstangen – mit 2 Gabeln geht das gut -durch den Teig ziehen und im Oel al dente und gellbraun frittieren. Auf einem Backblech (Ofen vorheizen) eine dicke Lage Küchenpapier ausbringen. Die Spargelstangen auf dem Blech im Ofen entfetten und heiss halten. Mit den Gabeln vorsichtig voneinander trennen.Auf vorgeheizten Tellern servieren.

Durch die „Entfettung“ ist das nicht soooo gewaltig und schmeckt genial.

Viel Spaß beim Nachkochen

RISOTTO VON GROBEN GRAUPEN MIT BÄRLAUCH UND SAUERAMPFER

Samstag, Mai 7th, 2011

Für 4 Personen

250 gr. grobe Graupen (Reformhaus), 3 cm Butter, 1 dicker Schuss Olivenoel, Salz, Pfeffer, 2 grosse weisse Zwiebeln,1 Knoblauchzehe, Weisswein, Gemüsebrühe,  Bärlauch und Sauerampfer (Maß = 1 dicke Männerhand voll oder 2 zierliche Mädelshände!“, 100 gr. Parmesan, Honig

Olivenoel und Butter mit den feinen Zwiebelwürfeln und dem gehackten Knoblauch angehen lassen.  Die Graupen dazu und dann rühren ….. Mit Brühe und Wein anschütten und r…. dann salzen, pfeffern und r…..wenn die Graupen langsam erweichen (bleiben leicht bissfest und sind dadurch extrem angenehm) die gehackten Kräuter, den geriebenen Parmesan und ein wenig Honig (geriebene Zitronenschale kommt auch gut ) dazu und rühren. Immer wieder Brühe und Weisswein dazu und eine angenehm schlonzige !!! Konsistenz errühren.

Kräuter- das kann je nach Gusto alles sein, was bei euch im Garten wuchert oder der Gemüsehändlerin aus den Ohren wächst – auch Minze, glatte Petersilie, Thymian, Schnittlauch, Basilikum eignet sich hervorragend.

Ein Hauch Muskat macht sich auch gut.

So – jetzt genug geschwafelt – viel Spaß beim Nachkochen

CRUMBLE – ZUM DUMBLE

Samstag, Mai 7th, 2011

500 gr.              geviertelte Erdbeeren, abgezogene Rhabarberstücke, Apfelspalten, Birnenspalten etc. etc. –

eben alles, was grade zur Hand ist. Gute Kombi im Frühsommer 1/2 Erdbeeren und 1/2 Rhabarber. Mit

1 EL                   Vanill-Zucker und Zitronensaft vermischen. In eine ofenfeste Form gleichmässig verteilen. Aus

100 gr.              Butter

100 gr.              brauner Zucker

100 gr.              550er Weizenmehl

100 gr.              einfachsten Haferflocken sowie nach Gusto Zimt, Nelke, Schokostreusel, Limonenschale etc. einen

krümeligen Teig zusammenkneten (dauert 5 Minuten max.) und gleichmässig über den Früchten verteilen.

Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad Umluft auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen. Soll oben

leicht braun sein. Noch warm mit Puderzucker bestreut und einem passenden Eis servieren.

Der wirklich schnelle Brüter für den absoluten Erfolg.

In der feinen und extrem einfachen Ausführung: Die Masse in klassische Porzellantassen füllen und als

Dessert mit Untertasse servieren. Kommt total edel !!!

Abschaffel forever

Donnerstag, Mai 5th, 2011

Der Abschaffel lebt. Und wie.

Spätestens seit gestern abend dürfte der Abschaffel im Frankfurter Nordend den absoluten Kultstatus erreicht haben. Das ist jetzt, bescheiden wie wir sind, eine maßlose Untertreibung. Seien wir ehrlich: Seit gestern abend gilt die – in Frankfurter Lokalkolorit schillernde – Kunstfigur Wilhelm Genazinos als unsterblich. Warum unsterblich? Weil der Abschaffel einfach nicht totzukriegen ist.

Der Abschaffel lebt. Man muss ihm nur etwas Anständiges zu essen geben.

Das haben wir uns zu Herzen genommen, nachdem uns im Vorfeld Anfragen besorgter Abschaffel-Verehrer erreichten, „ob wir auch genügend Marzipanrollen für das leibliche Wohl“ des Protagonisten bereit halten würden. Nun muss man wissen, dass, erstens, es in Michas Edelfresskapelle aus Prinzip keine Marzipanrollen gibt (Micha: „Kulturloser Leerkalorienfraß!“) und, zweitens, der Ausdruck leibliches Wohl bei Michas auf der Indexliste steht (wegen geistloser Leerphrasendrescherei).

„Marzipanrollen!“, schnaubte Micha indigniert, „kein Wunder ist der Typ so schlecht drauf, bei den Verzehrgewohnheiten“, diagnostizierte ferner „klarer Fall von chronisch übersäuertem Stoffwechsel, pfft, marzipanrolleninduziert“ und verschwand in seiner Edelfressküche, um grünen Spargel zu sautieren, Laugenbrezeln zu backen und einen kernigen Obazda ozubazen, den die Welt noch nicht gesehen, geschweige denn gegessen hat. Drei Stunden später stand auf dem großen Bistrotisch ein Buffet, unter dem sich die Balken bogen vor lauter vollkalorienhaltigem Wohlbehagen.

Auftritt Abschaffel.

Wie erwartet, betrat er entkräftet das Lokal. Die stadtumspannende Vorleserei zu seinen Ehren hatte bereits sichtlich an ihm gezehrt. „Wie, keine Marzipanrollen?“, fragte er mit einem miesepetrigen Blick aufs Buffet. Fast wäre er zum nächsten Discountbäcker verschwunden, da sah er den Spargel mit Eiersoße und Parmesan, die Truthahnscheibchen in Tonnato, roch den knoblauchgeschwängerten Schweizer Wurstsalat, steckte naschkatzig seinen Finger in den feurigen Obazda und – blieb.

Er blieb den ganzen Abend. Es ging ihm gut. Er war kaum wiederzuerkennen, der weltverneinende Griesgram. Während vorne im Lokal Abschaffel Eins gelesen wurde, trieb Abschaffel Zwei sich hinten am Buffet herum, haute sich mehrmals den Teller voll und entdeckte eine ihm bis dato fremde Vorliebe für vollmundige Chardonnayweine. Seine Stimmung hob sich mit jedem Glas. Er soll sogar den einen oder anderen Witz erzählt haben – hinter vorgehaltener Hand, versteht sich, denn er wollte niemandem den Spaß am sauertöpfischen Abschaffel-Nimbus vermiesen.

Spät in der Nacht verließ Abschaffel den Tatort im Oederweg, wohlgenährt (auf gut Frankforderisch: vollgestobbt bis zum Hemdkraache) und bester Dinge (leischd angeduddeld), und wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass dem Abschaffel, wenn er so weiter macht, ein unbegrenzt langes Leben beschieden sein wird. Zumindest seinem lebenslustigen Alter ego.

Übrigens, beim Rausgehen soll er angeheitert geträllert haben:

„Ei, es will mer ned in de Kopp enei,
wie kann e Mensch ned im Oederweesch gewese sei?“

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Abgeschaffelt? Oederweg!

Dienstag, Mai 3rd, 2011

Frankfurt liest.

Das ist jetzt – an sich und für sich – noch nicht der Stoff, aus dem eine Schlagzeile wird. Frankfurt liest – na und? Tut es doch eh jedes Jahr im Oktober zur Buchmesse, des Frankfurter Bildungsbürgers liebstes Kind, und den Rest des Jahres lässt die Stadt sich täglich aufs neue beschirrmachern. Nichts Neues also. Aber jetzt kommt’s:

Frankfurt liest ein Buch. Ein Buch! Nicht ein Buch, sondern ein Buch! Ein einziges Buch! Nicht irgendein Buch, sondern jenes Buch, das wie kein anderes dieser Stadt auf den Büroangestelltenleib geschrieben scheint, nämlich den Abschaffel von Wilhelm Genazino.

Dieses Buch also liest Frankfurt zwei volle Wochen lang, von morgens bis abends, von Rödel- bis Bornheim, von hibb- bis dribbdebach, trepprauf, trepprunner, und wir warten schon auf ein Programmkino, das dem Abschaffel als flankierende Kulturmaßnahme einen gewissen Jean-Paul Belmondo zur Seite stellt – Sie wissen schon, Außer Atem.

Frankfurt, eine Stadt im Abschaffel-Fieber. Ausgerechnet jene Romanfigur, die sich am liebsten in reizarmer Mediokrität durchs ereignislose Leben mäandert, steht plötzlich im Rampenlicht und marathonisiert seit Montag durch die lesewütigen Kieze. Bereits am Mittwoch wird der Abschaffel schätzungsweise unter ersten Anzeichen eines abgeschaffelten Burnouts leiden, was ihn, vernünftigerweise, innehalten und zur Besinnung kommen lassen wird: Mein Müßiggang, wird er sich seufzend fragen, wo ist bloß mein geliebter Müßiggang geblieben?

Die Antwort wollen wir (mit hoffentlich freundlicher Genehmigung des Autors Genazino) durch ein nur leicht abgewandeltes Zitat aus dem Lesebuch geben:

„Abschaffel beschloss, zur Feier der Harmlosigkeit des Geschehens in den Oederweg zu gehen und dort auf der Stelle das Buffet leerzuräumen.“

Erschöpft ließ Abschaffel sich an Michas rustikalem Tresen nieder und dachte bei sich: Gottseidank gibt es in Frankfurt noch Orte, an denen nicht vergessen wird, dass zu jedem guten Buch nicht nur ein kluger Kopf, sondern zu jedem Kopf auch ein hungriger Magen gehört.
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Im Frühtau die Frikadellen

Montag, Mai 2nd, 2011

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Maßnahme zur Rettung einer Bank

Sonntag, Mai 1st, 2011