GEMIIS-DES GEFEHRLISCH ZEUSCH – UN SOOOO LEGGER WENN MER’S KANN

Diese berühmte Vitrine – so scheene Antipasti meine gute Freund – musst Du probiiiire – delikato !!!!

Tagealt und eiskalt – und dann der Schock in der Mikrowelle. Ich weiß – alles nur Vorurteile eines bösartigen Schnitzelkochs! Aber wenn dann eine mir kulinarisch höchst anspruchsvolle Esserin voller Gnaden ein schwärmerisches Lied meiner Gemüsevariationen singt, muss ich mal wieder das Blog bedienen – zu meiner und Eurer Freude und der Ehrenrettung „mediterraner“ Gemüseküche!!!

„Mediterran“ – selten ein Wort, das mehr beschmutzt wurde von Nestlé & Co.

Dass ein Begriff für Frische, Kräuter, gutes Olivenoel, Gesundheit und Wohlergehen, ja für ein Lebensgefühl und eine kulinarische „Weltrettung“  so in den kulinarischen Mülleimer getreten wird, verdanken wir einer ganz bestimmten Gattung von industrieversauten Verbrauchern, die ich hiermit ebenfalls in den Mülleimer trete!

Klar! Im Vorteil ist, wer lesen kann. Auf den Etiketten von Bertoli &Co. steht’s doch ganz genau drauf. Pesto Genovese? Dass ich nicht lache. Das Mediterranste an dem Produkt ist dieser unfassbar kluge Werbefilm über die „gute Mutter Italiens“! Wehrt Euch Mädels, haut ihnen die Pesto-Gläser auf die feisten Schädel und legt los mit der Gemüse-Revolution.

Genug Küchendampf abgelassen – ich wollte Euch an meinen Gemüse-Ideen teilhaben lassen.

PRÄMISSEN: Die Gemüse sind BIO, kosten nicht viel mehr als Chemie, sind doppelt so lecker. Das Olivenöl ist nicht zu süß und wirklich gut. Der Pfeffer ist aus der Mühle. Wenn die Gemüse nach der Zubereitung für Euch zuviel Saft gezogen haben oder Euch zu ölig erscheinen, grundsätzlich in ein Sieb abgießen und das Öl-Saft-Gemisch für das nächste Gemüse verwenden. Alles ist erlaubt und der einzige Kochfehler ist, nicht zu kochen!! Ich verwende zum Schärfen gerne unseren „Türkenchili“, das ist alles andere als diskiminierend gemeint. Sind diese gemahlenen getrockneten Chilischoten, die es auch in den Dönerläden frei benutzbar gibt. Aufpassen: Das Zeug ist wirklich richtig scharf. Ohne Spass!

Ansonsten würzt richtig gut: Ingwer, Zitronengras, Koriander, Estragon, Minze, Rosmarin, Salbei, Curcuma, Muskat, Fenchelsaat, Limone und Limonenschale, grobes Meersalz, Kümmel und Kreuzkümmel

Caramelisierte Möhren mit Estragon

Möhren schälen (nuss sein) und durch die grobe Schnitzelscheibe des Hobels direkt in die Pfanne jagen (Finger!!) – einen Schlag Butter dran und Olivenöl. Anbraten mit einem groben Hauch von braunem Zucker. Gut wenden und beim Braten garen. Ein Hauch grobes Salz, getrockneter Estragon nach Gusto (Vorsicht!) und wenn die Gemüse al dente werden, einen Schuss Gemüsebrühe oder Weißwein dazu. Kurz einreduzieren lassen und dann erkalten.

Wiesenchampignons mit Petersilie –

Den „Dreck“ wegschnipsen, wenn möglich nicht waschen. Fuß mit Kneipchen halbieren und am Kopf abschneiden. Den Pilzkopf direkt in die Pfanne vierteln und mit Rapsöl oder einem anderen neutralen Speiseöl kross anbraten, und zwar solange, bis die Pilzflüssigkeit verdampft ist. Dicke Handvoll glatte Petersilie kleinhacken und dazugeben. Ein wenig Wasser anschütten und salzen und pfeffern. Zum Schluss kommt bei mir noch ein Hauch Zimtpulver und ein wenig Chili gehackt drüber – und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Aber das überlasse ich wirklich Euch – ausnahmsweise! Mit der leichten Soße erkalten lassen.

– Kohlräbchen –

Die ungeliebten“Omateile“, völlig zu Unrecht. Müssen ordentlich geschält werden (von den Blättern ist eine leckere Cremesuppe möglich!). Halbieren und ebenfalls durch die grobe Hobelscheibe direkt in diePfanne. Mit Olivenöl nicht so hart anbraten, salzen und pfeffern. Eine Zitrone dazu auspressen und mit Honig die Zitronensäure mildern. Ich hacke das feine Blattgrün zum Schluss dazu – Geschmackssache. Dann einen Deckel drauf und bissfest durchgaren. Erkalten lassen.

– Zucchini –

Grundsätzlich: Diese riesigen Gurken, auch der Stolz des Schrebers genannt, sind einfach nur als Schweinefutter zu gebrauchen. Ordentliche Zucchini müssen klein und aromatisch sein. Deshalb: Wenn der Nachbar mit dem Schweinefutter kommt (isch habb ja so vill!): bedanken und leise und unauffällig entsorgen!

Die Zucchini waschen, trocknen und längs 5-6 mal einschneiden. Ganz lassen. Über den groben Hobel direkt die Würfel in die Pfanne schneiden – aufpassen dabei auf die Finger, da das mit dem „Schutz“ nix wird. Olivenöl und ein wenig Curcuma sowie genug gehackter Knoblauch fühlen sich mit den Zucchiniwürfeln wohl. Kross anbraten und ein wenig Gemüsebrühe anschütten. Salzen und leicht pfeffern – erkalten lassen.

– Auberginen –

„Auberginen in Stücke schneiden, über Nacht einsalzen und in einem Sieb auspressen“ – hab ich auch schon gemacht, aber nicht verstanden, wofür. Ich mach das auf die Schnelle und das funktioniert sehr ordentlich – ich weiß Ihr ‚“Sternies“, Ihr habt’s ja immer schon gewusst, der Micha kann nicht kochen. Ist mir einfach egal !!!

Also: Auberginen waschen und abtrocknen. In der Länge halbieren und am Strunk ganz lassen. Mit dem groben Hobel direkt ins Olivenölbad (ich meine ein sehr heißes Bad!) versenken. Auberginen lieben Olivenöl, und gutes Olivenöl schmeichelt nicht nur unserer Seele! Zwiebeln schälen und halbiert in längliche Streifen schneiden. Alles scharf und kross anbraten, dann die geschnittenen Knoblauchscheibchen dazu, salzen, pfeffern und ordentlich mit Kräutern der Provence überstreuen. Wenn Euch das mundet, aus der Pfanne in ein feines Sieb und das Öl so lange wie möglich ablaufen lassen. Ist doch egal, wo die Auberginen auskühlen.

Das Oel (es sollte viel sein!) für weiteres Gemüsebraten verwenden. Es ist jetzt genial parfümiert.

– Blumenkohl –

Noch so ein „Oma-Gemüse“, schön sonntäglich in einer weissen Mehlschwitze und  mit Salzkartoffeln und Rinderbraten mit viel Soss‘ – ein Gedicht. Ich sehe das beim Schreiben grade vor mir und rieche die beiden Soßen mit der „feinen Streuwürze“ meiner Mutter. Ein Déjà-vu meiner Kindheit mit der obligatorischen Gartensendung im Hessischen Radio von Hainer, Filipp und Babett sonntagmittags um 12.oo Uhr – wann dann sonst? – Das muss ich mal machen – neuer Mainstream oder ‚Vorbereitung auf das Pflegeheim‘? Ich denk drüber nach!

So – jetzt aber zu meinem aktuellen gebratenen Blumenkohl.

Die Blätter und den Strunk entfernen. Die äußeren Röschen abschneiden und dann den Rest in max. 1 cm dicke Scheiben (mit dem Brotmesser) aufteilen. Butter auslassen – nicht zu heiß – und die Scheiben beidseitig kross anbraten.  Salzen, Pfeffern und mit Curcuma bestreuen. Genug Butter muss(!) es sein. Dann frisch gehackte Minze überstreuen und eine kleine Hand grobgehackter Rosinen dazugeben. Die al dente Scheiben herausnehmen und erkalten lassen. Die restlichen Röschen in der gewürzten Butter mit einem Schuss Gemüsebrühe oder Weißwein unter Wenden weichdünsten. Topfdeckel kommt gut! – Dann zu den Scheiben geben und ebenfalls erkalten lassen. Ein Hauch frischer Muskat (frischer!) kommt auch beim Bluko richtig gut!

Porrée –

Dem ungewaschenen Porrée  die Füße und die ganz labbrigen und ledrigen obersten Teile abschneiden. Es kann ruhig ordentlich Grün dranbleiben. Längs halbieren und dann, mit der Schnittfläche aufgelegt, schmale, lange Streifen schneiden. Diese Streifen dann quer in 5-6 cm lange Stücke zerteilen und waschen. Sand!

Butter und Olivenöl in der Pfanne auslassen und die Streifchen kross anbraten. Kleingehackter Ingwer, Knoblauch und Kurkuma dazu und das restliche Waschwasser ausdünsten lassen. Sesamsaat mitangebraten und mit Sojasoße abgelöscht ergibt mit Basmatireis ein leckeres vegetarisches Gericht – z.B.! – ansonsten: erkalten, wie immer!

– Paprikapeulen, holl. auf deutsch Paprikaschoten –

Was dem Winzer seine Rosen im Wingert, sind dem holländischen Gemüsebauern seine Paprika. Der Winzer hat aus dem Wingert keinen Hausgarten gemacht – der Zustand der Rosen signalisiert vielmehr sofort den Zustand der Weintrauben. Woher kommt nur diese Zickigkeit? Und wenn erst das Rheimwasser wieder mal von Santos versantost ist, merken das die Paprikahäute umgehend – werden dann genauso geätzt wie die Mageninnenwände meiner gestressten Kunden. Nur ist es dann zu spät – dann ist das Gift nämlich schon drin!

Um dem zu entgehen: BIO kaufen, und wenn möglich fragen, woher die „Peulen“ stammen ! Muß der Dealer doch wissen, oder?

Also los! Dreierlei Paprika (weesche de Farb) waschen und trocknen. Den Strunk so abschneiden, dass der kleine goldische grüne Halter rausfällt. Dann das Innenleben entfernen, längs halbieren und in feine längliche Steifen schneiden. In Olivenöl scharf anbraten und mit braunem Zucker leicht(!) überstreuen. Caramelisiert das Ganze! Gut anbraten. Dann passt gut: Knoblauchscheibchen – gehackte Rosmarinnadeln – glatte Petersilie -Tomatensaft (wer hat!)- Salz und Pfeffer. Und zum Schluss ein Schuss Gemüsebrühe. Erkalten, ist doch klar!

– Broccoli –

Verliert beim Braten seine hochgrüne Farbe (ich weiss, jetzt wieder die Sternler mit dem Eiswasser und dem Butterschwenken und dem Auge und dem Farbverlust und…ach, lasst mich doch in Ruh), schmeckt aber nach der Methode richtig lecker. Den Stiel schälen und den Fuß abschneiden. Dann hat man/frau einen schönen Griff, um die Röschen einzeln vom Strunk zu schneiden – evtl. nochmal teilen. Dann den Strunk über den groben Gemüsehobel in Butter und Olivenöl. Nach kurzem Schmoren die Röschen dazu und dann ein Hauch brauner Zucker, Salz und Pfeffer. Ich mag dazu getrockneten Estragon – probiert’s auch mal aus mit Ingwer, Zitronengras und Koriander. Die Strünke sollen noch al dente sein – und dann erkalten und freuen!

Was auch als leckere Gemüsebeilage gut kommt, sind Mandelblättchen, die mit dem vorbereiteten Broccoli geröstet werden, und feine Streifen von Eschalotten oder weissen Zwiebeln – passend zum geliebten Sonntagsbraten. Da würde ich dann ein wenig Gemüsebrühe anschütten, Deckel drauf und weichdünsten.  Die Farbe bleibt mit dieser Methode auch viel besser erhalten.

– Eschalotten und Frühlingszwiebeln –

Was würde das Boeuf Bourguignon ohne die Süße der Eschalotte anfangen, und wäre es ohne die ersten zarten Frühlingszwiebeln wirklich Frühling? Lasst uns darüber eine gute Flasche trinken und tausend Meinungen haben!

Eschalotten pellen (für eine Boeuf Bourguignon Aktion bei Michas sind das 10 – 15 Kilo –  (nachdem Ihr Eure beiden „Beutelchen“ á 250 Gramm gepellt habt, fällt auch Euch auf, das der Kochberuf Bekloppte erzeugt) und mit Butter und braunem Zucker angehen lassen. Wenn die Zwiebelchen sich langsam teilen und einen irrsinnigen Duft verströmen, angebräunt und butterverwöhnt vor sich hin glänzen, die in ca. 5 cm.geschnittenen und gesäuberten Frühlingszwiebeln dazugeben und weiter anbraten. Kleingehackter Salbei und Knoblauchscheibchen kommen gut dazu – könnt Ihr’s schon riechen? Salzen, pfeffern und dann nach der Süße schmecken. Wenn die Zwiebelchen es noch vertragen können: Ein Hauch Honig und etwas Gemüsebrühe wirken Wunder. Einreduzieren und erkalten lassen.

Ich weiß: Das sieht nicht mehr so richtig gut aus, fast schon wie ein Confit, aber das ist oft der Kompromiss zwischen Geschmack und Optik. Ich entscheide mich meist für den Geschmack. Den behalte ich persönlich viel länger in Erinnerung als die Optik. Ich will ja kein Bild essen!

Und das ist auch perfekt mit einer Rinderjus reduziert zu kurzgebratenem Rind oder Kalb!

– Spargel grün-weiß –

Spargel koche ich eigentlich nur dann, wenn ich meine frühsommerliche Nierenkur mache und mich richtig entschlacken möchte. Der Kochwasser ist kalt wahre Medizin, war auch mal Basis für eine Veloute mit Spargelaroma. Muss mich verbessern: Immer noch in der guten deutschen Gastronomie diese Mischung aus Mehl, Milch, Sahne, Spargelbrühe und anderen Creativitäten. Ist Geschmackssache (um die Diskussion abzukürzen!).

Ich brate Spargel – ob grün oder weiß – und bin damit mehr als zufrieden.

Also los:

Gleichmäßig dicken weißen Spargel entfüssen und dann ordentlich(!) schälen.  Er soll nicht so dick sein wie der klassische Kochspargel und kostet dann auch viel weniger.

– Fenchel –

Iiiiiihhhhh – Fenchel! Des musst isch als kind immer dringe ! Ich sehe gerade die Gesichter meiner aixianischen Freunde vor mir, denen ich das mit meinem Nordfranzösisch übersetze. Irritierendes Unverständnis und leicht bedauerndes, nachdenkliches Lächeln.

Schon seit Jahrtausenden ist der Fenchel als Heilpflanze bekannt, also Achtung: Gesund! Nachdem ich mich durch google gearbeitet habe, müßte ich eigentlich jeden Tag Fenchel essen – aber so krank bin ich dann doch nicht.

Also zur Verarbeitung:

Das feine Fenchelgrün abschneiden und auf jeden Fall aufheben. Dann den Fuß dünn abschneiden und die breiten Rundungen abschneiden.  Mit einem grossen Kochmesser die Knolle, wenn möglich, in 3 mm dicke Scheiben schneiden und wenn möglich ganz lassen. Die Reste fein hacken. Knollen in wenig Olivenöl langsam bräunen und appetitlich braten. Salzen, pfeffern und dann ganz leicht mit einfachem fertigen Vanill-Zucker und ein wenig Türken-Chili (geile Kombi) würzen und aus dem Öl in ein Sieb ablaufen lassen. Die kleingehackten Teile im Restöl kross anbraten, dazu brauner Zucker, Knoblauchscheibchen, Minze passt ebenfalls großartig dazu, und dann ebenfalls im Sieb ablaufen lassen. Scheiben und „Gekröse“ extra reichen.

– Pimientos –

Des neumodisch Zeusch aus dem Schbanienurlaub!

Habe ich schon vor 25 Jahren (jawohl, ich bin älter!) in Nordspanien in allen Weinbars als Tapas bekommen, und immer war eine von 1.000 extrem scharf, der Rest mit grobem Meersalz überstreut und lecker mit Olivenöl gegrillt. Damals eine Bereicherung meines kulinarischen Horizontes. Ausser grobem Meersalzbrauchen diese Pimientos gar nix – vielleicht einen Hauch Limone drübergeträufelt. Also: einfach im Olivenöl von allen Seiten angehen lassen, bis die Teile schön kross werden. Nehmen teilweise die Farbe der Frankfurter Restmülltonne an – und dann sind die richtig gut!

– Blattspinat –

Blattspinat – ich liebe Blattspinat! Und dieses bekloppte Ergebnis, wenn 5 Kilo Spinat nach einer Stunde geputzt, gewaschen und gerupft sind – dann kommt das ganze in einen heißen Topf und verwandelt sich in kurzer Zeit in zwei Hände voll Endprodukt – bekloppt!

Aber: Haltet die Augen auf! Es gibt mittlerweile wunderbaren Baby – und älteren Spinat aus der Tüte, gerupft, gewaschen und nicht viel teurer als der Acker in der Tüte – es lohnt sich echt!

Jetzt mal im Ernst: Ein Kilo frisches Produkt ist für vier Essen als Beilage wirklich nicht zu viel.

Ihr macht das so: Einen wirklich breiten Schmortopf mit braunem Zucker sparsam abstreuen und eine Hand voll Walnusskerne dazugeben (geht natürlich mit Allergie auch ohne!). Einen Schlag Butter und einen Schuss Olivenöl dazu und das entstehende Caramel nicht zu braun werden lassen (rehbraun bis dackelbraun). Ordentlich Knoblauchwürfelchen dazu und dann den Spinat in den Topf und ordentlich umrühren. Deckel drauf und ab und zu den Topf schütteln, damit nix ansetzt. Jetzt ist der Frust schon groß, es ist kaum noch was übrig. Macht nix, das Ergebnis wird genial. Salzen und Pfeffern. Vielleicht ist ein Portwein im Haus (Schuss) und zum Schluss eine Limone hineingesaftet und die Schale (vorher waschen) fein reiben. Alles noch ein wenig reduzieren und dann erkalten lassen. Ich liebe das!

„BEIGABEN“ zum Gemüse:

– krosse Baconwürfelchen –

Fertige Baconwürfelchen mit Wasser ordentlich aufkochen und das Fett „ausgehen“ lassen. Durch ein Sieb gissen und antrocknen. Dann ohne Fett in einer normalen Pfanne kurz kross rösten. Vorteile: Fett und industrielle Salze sind stark vermindert, die Würfelchen sind fast rein und extrem geschmacksintensiv und mager !

– Thunfischmayo –

1 Eigelb und 1 ganzes Ei mit 1 EL Senf, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, einer Spur Zucker verquirlen (Zutaten mit gleicher Zimmertemperatur halten besser zusammen) und dann langsam beim Mixen (Quirls oder Mixstab) Pflanzenöl und nach Gusto Olivenöl oder auch nur Olivenöl oder auch nur Pflanzenöl einfliessen lassen, bis eine dicke Mayonnaise entsteht. Das Menschen dieses Produkt leichtfertig im Supermarkt kaufen, ist mir echt ein Rätsel.  Die selbstgemachte hält sich im Glas (dann muß ein bißchen Öl draufstehen zum konservieren) viele Wochen. Dann in diese Mayonnaise im Sieb abgetropften Thunfisch aus der Dose (ja, ich weiß!!!!) einmixen und nach Gusto grobgehackte Kapern dazufügen. Kapern: Wenn Ihr bekommt, kauft Nonpareilles aus Südfrankreich. Haben mit der gewöhnlichen Kaper außer dem Familiennamen nicht viel gemein, sind teurer aber vielfach leckerer und halten sich im Kühlschrank in der Lake ein Jahr!

Ei-Brösel –

Eier hartkochen, auskühlen und  schälen.Mit grobem Salz und Gewürzgürkchen (Cornichons) kleinhacken und mit glatter feingehackter Petersilie zum Gemüse.

–  Semmelbrösel –

Tut Euch einen Gefallen. Werft diese fertige Semmelbröseltüte aus Eurem Vorrat einfach weg! Semmelbrösel geht so: Toastscheiben (normaler Todestoast ohne Körner und sonstige Lügen) entrinden und in feine Würfel schneiden. Dann durch einen Cutter, das ist so eine kleine Maschine mit einem schnelldrehenden grossen Messer, die es mittlerweile in den meisten Haushalten gibt, fein zerbröseln. Das funktioniert auch super mit gefrorenem Toast und auf Vorrat friere ich die fertigen Brösel in eine Plastikbox ein.Geht natürlich auch für menschen mit viel Zeit mit dem grossen Kochmesser.

Ich bin überhaupt kein Feind von panierten Gerichten – macht Euer Wiener Schnitzel mal mit dieser frischen Panade, Ihr werdet begeistert sein.

Diese Brösel in Butter anrösten, abkühlen und dazu Knoblauchwürfel, kleingehackte glatte Petersilie und Limonenabrieb.  Das ist so die Richtung „Gremolata“ aus der lombardischen Küche, das machen aber auch die Südfranzosen, die Südspanier, die revolutionären Zellen auf der anderen Mittelmeerseite schon sein tausendenJahren. Diese „Streusel“ über Fenchel z.B.ist wirklich ein Gedicht.

WERKZEUG FÜR GEMÜSE & CO!

Das wichtigste Werkzeug für Gemüse und Gesund und vor allem „SCHNELL“ ist ganz eindeutig ein klassischer Gemüsehobel. Das sind die Dinger, die unfassbar muttersprachelnde Menschen mittleren Alters in der Glotze ab der „Stunde des Spätkaufs“ als die wahre Sensation verdealen. UND DAS STIMMT!, gestehe ich unter Tränen. Dieses Teil ist eines unserer wichtigsten Handwerkszeuge. Nicht die „Mandoline“ von Herrn Bocuse für € 195,00 von Hagen Grote oder WMF, sondern genau diese geniale Plastikteil mit seinen brutal scharfen Einsätzen und bei Michas mit  einer Halbwertzeit von ca. einem Jahr versehen, was eine absolute Leistung für dieses Teil ist.

Aber Vorsicht: Der Hobel heißt bei uns nicht umsonst „GEFÄHRLICHE MASCHINE“ – und dieser Fingerschutz hat wirklich eine extrem wichtige Funktion!

Wir verkaufen selten ein Kochwerkzeug – dieses geniale Teil gibt es bei uns  im Laden für € 25,00!

Weiterhin unverzichtbar ist ein Gemüseschäler deines Vertrauens (ich sag nix dazu!), ein richtig großes Kochmesser, ein Kneipchen für die feinen Schrunden, und natürlich ordentliche Pfannen.

3 Responses to “GEMIIS-DES GEFEHRLISCH ZEUSCH – UN SOOOO LEGGER WENN MER’S KANN”

  1. mauldäschle sagt:

    Oh Mann. Die Desillusionierung nimmt ihren Lauf.

    War ich doch gestern abend bei Sonnenuntergang auf Brombeerjagd gewesen, fette Beute gemacht (ein mittelgroßer Tuppercontainer voll), trat mit beiden Waden blutig zerkratzt, aber heroisch aus dem Gebüsch heraus, da stand vor mir ein Kleingärtner, der mein Tun beobachtet hatte und überreichte mir – festhalten! – zwei Zucchini. Und zwar zwei Zucchini so groß wie die Oberschenkel von Arnold Schwarzenegger. Herrgottsakra.

    Der frugale Selbstversorger freut sich ja immer über alles, was nix kost‘ – jetzt liegen die beiden grünen Keulen auf meinem Küchentisch und gucken mich vorwurfsvoll an, weil Micha ihnen den direkten Weg – gehen Sie NICHT über Los! – in die Mülltonne wies. Ich soll die jetzt wirklich wegschmeißen? Obwohl der Hobbygärtner darauf hinwies, dass es naturbelassene, garantiert organische Biokeulen seien? Noch bringe ich es nicht über mich. Ich bitte um Seelenmassage.

    Und um Auskunft darüber, wo zum Teufel es kleine, schlanke Zucchini zu kaufen gibt. Komme grade vom Einkaufen, passierte drei Gemüseläden, und überall liegen nur diese fetten Megagurkenknüppel rum, mit denen (als Handwaffe) sich locker jede Revolution gewinnen ließe.

    Ah, und bitte baldigst erleuchtende Erläuterungen zu der angekündigten „Thunfischmayo“! Weil, es liegen hier jetzt vier Gemiies-Sorten rum (Möhren, Fenchel, Paprika, Kohlrabi) und harren der Zerhobelung (wahrscheinlich kommen als fünftes Gemiies meine zerfetzten Finger dazu) – und am Ende des Tages will ich ja schlemmen und nicht bloß Gemiies kauen. Also bitteschön, mache Se hinne mit Ihne Ihrn Schmayo-Rezept, gelle?

  2. mauldäschle sagt:

    Das einzige Problem, das ich mit Deinen Kochanweisungen habe, ist dieses ständige „Erkalten lassen!“. Oh Mann, ich schaff‘ es nicht, ich schaff‘ es einfach nicht.

    Eben das Blumenkohlrezept durchexerziert. Ah, das mit dem Curcuma, ist das der Wahnsinn oder nicht? Es ist der Wahnsinn. Köstlichst. Und sieht so herrlich aus, sonnengelbe Bluko-Röschen.

    Nur halt das mit dem Erkalten. Ich gab die Röschen (höchst delikat übrigens: diese Strunkscheibchen, sehr bissig!) zu selbigem Behufe auf einen großen Teller, hab‘ eines gekostet, und es ward um mich geschehen. Vielmehr um den Blumenkohl, denn es ist ein Ros‘ nach dem anderen entsprungen, aus dem Teller in den Mund.

    Nun ja. Die Röschen schmecken übrigens warm auch hervorragend.

  3. mauldäschle sagt:

    Bitte lehn Dich zurück, schließe die Augen und lass im Geiste des klaa Mauldäschle vor Dir auftauchen: satt, zufrieden, Mundwinkel leckend, Teller ausschleckend, Finger abschleckend – ein sanftes Curcuma-Bäuerchen erinnert an den vergänglichen Genuss.

    Also. Es gab Zucchini (welch, sag ich nicht). Mit Curcuma und Knoblauch. Übrigens nur scharf angebraten, ohne sie weiterzudünsten, ich glaube, das ist den wasserhaltigen Schwarzenegger-Keulen gut bekommen (huch, jetzt hab ich mich verraten, sei’s drum). Extrem köstlich. Dieser Curcuma ist der absolute Geheimtip, macht aus jedem stinkprovinziellen Gemüse ein Exotikum. Diese Farbe! Ich krieg mich gar nicht mehr ein, meine Kochkünste sind exponentiell erweitert.

    Oben drüber gab’s die Speckwürfelchen, und das – das! – war jetzt wirklich der ultimative Geheimtip. Nach dem Auskochen und fettfreiem Anrösten habe ich sie geschmacklich nicht wiedererkannt. Es sind völlig veränderte Speckwürfelchen. Fleischig, mager, winzig, intensiv. Begnadet.

    Eigentlich grenzwertig pervers, oder? Da kaufst du processed food, schmeißt es in den Kochtopf zwecks de-processing, machst den ganzen industriellen Schwachsinn rückgängig und erlebst dann, wie richtig gut Speck schmecken kann.

    PS. Nach erfolgreicher Verdauung werde ich einen Ananas-Crumble zaubern. Matsche hin, Matsche her, schmecken muss es. Mein Pfirsich-Crumble war Matsche hoch zehn und schmeckte wie Sünde pur.

    Please let it roll, weiterhin. Deine wunderbaren Rezepte, meine ich. Danke.

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